Monthly Archive for März, 2006

Einsames Unternehmer-Dasein?

Acht von zehn Existenzgründer arbeiten allein, hat jetzt das Statistische Bundesamt Deutschland ermittelt. In Österreich wird es nicht viel anders sein. Wie gut, dass man heute nicht mehr auf den Plausch über den Schreibtisch angewiesen ist, um zwischendurch mal abschalten zu können oder vom Kollegen rasch eine fachliche Meinung zu bekommen. Ich profitiere sehr von Newsgroups, E-Mails an Kollegen oder ein Telefonat, um mich auf eine andere Fährte bringen zu lassen.

Übrigens ist die Einsamkeit der Unternehmer auch meist nicht von Dauer: Nach einem Jahr sagt lediglich noch die Hälfte, dass sie alleinschaffend sind.

Der gesamte Existenzgründungsbericht ist als Download auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes Deutschland zu finden.

Cross Media Marketing: Print Mailing mit individueller Landing Page

Die Möglichkeiten für E-Mail-Marketing sind in Österreich mit dem neuen Telekommunikationsgesetz seit März 2006 (zumindest theoretisch) etwas limitiert. Gugler Cross Media sieht daher das klassische Mailing wieder auf dem Vormarsch. Ein gut gestaltetes Print-Mail kann ein guter Türöffner sein – um auch eine Permission für E-Mail-Marketing zu bekommen.

Wichtig ist, den Weg zur Permission leicht zu machen. Wie etwa mit einem persönlichen Response-Code. Der wird auf einer eigenen Landing Page im Web eingegeben, dann erscheint bereits ein vorausgefülltes Formular, das gleich abgeschickt werden kann: ein wesentlich praktischerer Weg als das händische Ausfüllen einer Postkarte oder eines Fax.

Mehr dazu im Newsletter von Gugler Cross Media.

Milliardenfirma Google

Was Google so treibt, während die ganze Welt auf der Website nach der richtigen Information sucht: Ein Beitrag von Pulitzer-Preisträger David Vise in der Welt.

Mehr zu seinen Recherchen über das Google-Konglomerat im soeben erschienenen Buch:

David Vise und Mark Malseed: Die Google-Story. Aus dem Amerikanischen von Bernd Rullkötter und Friedrich Griese. Erschienen im März 2006 im Murmann Verlag. 304 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 3-938017-56-2.

Euroblog-Kongress: Das Potential von Blogs für die PR

EuroBlog organisierte zunächst eine Befragung zum Einsatz von Blogs in der PR – und jetzt einen Kongress in Stuttgart.

Philip Young von der University of Sunderland (UK) zog dort Schlüsse aus der Studie – dazu 2 Details:

1. “Perhaps surprisingly EuroBlog found that almost one in three (32pc) rated the potential ability to track conversations about their own products and services as the least important reason. Only 7.1 pc of those responding saw Communicating directly with stakeholders (bypassing journalists) as most important, with a further 14.5 saying very important.”

2. “It’s not the technology, but the lack of ideas and concepts that holds back the spread of weblogs within public relations. Communication managers need to think about application scenarios that support the bottom line. Our research offers frameworks and identifies best practices that help to find one’s way.”

Young ging auch auf ein 2006 erschienenes Buch ein: “Naked Conversations: How Blogs are Changing the Way Businesses Talk with Customers” (von Robert Scoble and Shel Israel).

Sie unterscheiden drei Arten von Gesprächen:
“1. Monologue (lecture) – similar to two-way ASYMMETRIC model familiar from Grunig (podacsts come into this model)
2. Dialogue – where organisations engage in a two way relationship with individuals in way that has been greatly enhanced by the liberating and democratising influence of cheap and easy weblogs etc
3. Conversations - enhanced discourse between (interested) people surrounding the organisation, into which the organisation may or may not contribute/ intervene.”

Download der Präsentation von Philip Young

Weitere Präsentationen von EuroBlog 2006

Eintrag auf meinem Blog zur EuroBlog-Studie 2006

Womit sich die Wirtschaftskammer so (nicht) beschäftigt

Endlich ist der Wirtschaftskammer aufgefallen, dass beim neuen Telekommunikationsgesetz etwas schief gelaufen ist. Und was tut die Kammer: Sie schickt eine Presseinfo aus – nachzulesen auf der Website des Direct Marketing Verbandes Österreichs.

Weniger schön, dass Mitglieder bis jetzt nicht über die problematische Situation informiert wurden. Meine Wissenslage basiert rein auf Organisationen wie PRVA, DMVÖ und persönlichen Netzwerken. Ich frage mich: Was macht die Kammer eigentlich außer dem Versenden von Presseaussendungen mit inhaltsleeren Statements von Funktionären?

Letzter Beitrag zum Thema auf meinem Blog

Langsamer als die Schneckenpost: E-Mail bei der Sozialversicherung

Im Februar schickte ich ein E-Mail an meine Sozialversicherung mit einer Frage zur letzten Beitrags-Abrechnung und dachte, mir damit die lange Warterei in der Telefon-Warteschleife zu ersparen. Falsch spekuliert, meine E-Mail-Box wartete vergeblich auf Antwort und so griff ich schließlich doch zum Telefonhörer.

Aber siehe da, heute, fast einen Monat nach meiner Anfrage, kommt tatsächlich eine Antwort via E-Mail. In schönstem Bürokraten-Deutsch, einigen netten Gesetzesparagrafen schreibt mir da das Servicecenter meiner Versicherung so gekonnt zurück, dass keiner was verstehen kann. Gut, dass ich schon angerufen hatte: Da habe ich schon kurz & bündig erfahren, was mich eigentlich interessierte.

Kammer-Beitrag für die Mitgestaltung am neuen Telekommunikationsgesetz?

Vor einigen Tagen erhielt ich die Vorschreibung für meinen jährlichen Pflichtbeitrag an die Wirtschaftskammer. Ich investierte damit in die Vertretung meiner Interessen, las ich am Beiblatt. Denn dadurch sei es möglich, eine Vielzahl von Aufgaben zu übernehmen. Schön, dachte ich, dass die Kammer so viel für mich macht und las als vierte Leistung: “aktive Mitgestaltung von Gesetzen durch die Begutachtung von Entwürfen von Bundesgesetzen”.

Da wurde ich nachdenklich: Trat nicht gerade eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes 2003 in Kraft, die große Ratlosigkeit in der PR-Welt verbreitet. Fraglich ist, ob von der neuen Regelung für Werbe-E-Mails von B2B auch Presseaussendungen betroffen sind. Jede Presseinformation, die via E-Mail verschickt wird, könnte demnach als Spam gelten – Aussendungen werden heutzutage fast ausschließlich so versandt.

Die Wirtschaftskammer hat dieses Thema komplett verschlafen – lediglich der PRVA (Public Relations Verband Austria) ist bisher aktiv geworden. Von einer service-orientierten Interessenvertretung erwarte ich mir, dass solche heißen Eisen rechtzeitig aufgedeckt und nach Möglichkeit entschärft werden. Das Mindeste ist jedoch, über solch virulente Themen informiert zu werden. Via E-Mail bekomme ich verlässlich Eigenwerbung der Kammer in Hülle und Fülle, aber leider nicht die Informationen, die wirklich wesentlich sind.

Ich frage mich ja, was jetzt die Pressestellen der öffentlichen Institutionen – bis hin zum Bundeskanzleramt machen: Verschicken die ihre Presseinformationen jetzt in einer rechtlichen Grauzone oder haben die ihre Medienarbeit eingestellt?

Link zu Eintrag vom 23.2.2006 zu diesem Thema auf meinem Blog.

Die neueste Rechtschreibung

Die Rechtschreibung wird wieder reformiert. Der Spiegel hat die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.

Link zu den neuesten Rechtschreibregeln

Google, Amazon & Co – wo das hinführen könnte

Robin Sloan und Matt Thompson entwerfen einen visionären Blick in die Zukunft unserer Medienlandschaft. Ganz nüchtern wird da die Perspektive eine Meinungs-Monopolisten Googlezon skizziert, der New York Times und Microsoft in die Knie zwingt.

Von Aperto, eine Berliner Agentur für digitale Kommunikation, gibt’s eine deutschsprachige Version. Einfach anschauen & anhören.