Monthly Archive for September, 2006

Sprache statt Strache

Sprache statt Strache formuliert Achleitner heute im Standard und beschreibt damit einen Verbalstil, den Strache und Westenthaler in diesem Wahlkampf auf die Spitze getrieben haben und der einer Ministerin noch in letzter Minute panikartig das Handtuch werfen ließ. Eine Unart des Redens hat in diesem Wahlkampf weit um sich gegriffen, aggressive Worthülsen dominierten anstelle von inhaltlichen Argumenten – morgen wissen wir, wem das genützt hat.

Spam in Blogs

Mich nervt seit Wochen ein und das selbe Spam-Email, das mehrmals täglich nur mit leichten Änderungen in meiner Inbox landet – und so bisher jede Spam-Regel und jeden Filter überlistet hat. Da dürfen wir uns in Österreich seit einem halben Jahr über das neue Telekommunikationsgesetz ärgern, das unsere alltägliche Medienarbeit an die Grenze der Illegalität transferiert hat, an der tatsächlichen Spam-Belastung hat sich dadurch nichts geändert. Wobei ich mich wirklich frage, was ein Absender mit solch einem Bombardement beabsichtigt: Innerhalb kürzester Zeit ist man so genervt, dass man von solch einem Anbieter definitiv nichts beziehen würde (einmal ganz abgesehen davon, dass es sich ohnehin immer um die üblichen mehr oder weniger dubiosen Angebote handelt.)

Spam nervt jetzt auch in Blogs – beim PR-Blogger von Klaus Eck halfen nicht einmal mehr CAPTCHA-Tests (Completely Automated Turing Test to tell Computers and Humans Apart): Dabei werden Buchstaben und Zahlen in einer Grafik verfremdet – Menschen können die Zeichenfolge dennoch entziffern und in einer Maske eingeben, Programme scheitern daran – so kann automatisierter Kommentarspam vermieden werden. Nach einem massiven Kommentarspam-Angriff muss Eck jetzt jedoch die Kommentar-Funktion auf seinem Blog auf manuellen Betrieb umstellen: Kommentare werden erst nach seiner Freischaltung online gestellt – “in der Hoffnung, kein attraktives Ziel für weitere Angriffe zu werden”.

Ich meine: Spam in E-Mails nervt ohnehin schon gewaltig, wenn dadurch auch die Diskussion in Blogs leidet, ist es definitiv zu viel. Lahme Telekommunikationsgesetze helfen offensichtlich nicht, das Problem in den Griff zu kriegen – im Gegenteil.

Ehtik in der PR

Das Spannungsverhältnis zwischen PR und Ethik interessiert mich schon seit ersten Berufstagen. In Zeiten von Corporate Social Responsibility sieht sich PR-Branche als zuständige Disziplin und reflektiert auch das eigene Verhalten: Bei einer Veranstaltung des Public Relations Verbandes Austria referierte Univ.-Prof. DDr. Matthias Karmasin zum Thema.

Als treibende Faktoren der Ethik-Diskussion sieht er 2 Faktoren:
Zum einen sorgt die Mediatisierung für einen leichteren Zugang zu Information – Ethik als Feigenblatt zu verwenden, funktioniert daher nicht mehr. Zum anderen werden durch die Ökonomisierung der Gesellschaft alle Bereiche des Lebens von der Wirtschaft in einem Ausmaß durchdrungen, dass ethische Forderungen, die früher andere Segmente betroffen haben, auf sie übertragen wird.

Wer bestimmt nun, was ethisch richtig ist? Karmasin unterscheidet hier zwischen 2 Modellen:
- Das traditionelle Modell der dekreditierten Ethik: D.h. Verbände, Athener Codex etc. legen fest, was ethisch ist – und alle anderen inkl. Stakeholder müssen das akzeptieren.
- Das diskursive Modell: Ethik wird heute durch kommunikative Aushhandlungsprozesse von Stakeholdern bestimmt.

Karmasin zum Schluss: “In der Welt, in der wir leben, gibt es de facto den archimedischen Punkt der Ethik, von dem aus wir uns einigen können, ohne Kommunikation nicht. Ethik bleibt, was Ethik immer sein sollte: eine Zumutung.”

Mehr zum Vortrag unter PRVA News – inkl. Vortrag als Podcast.

Online-Kurs für Neudeutsch

Der Kunden-Newsletter einer Druckerei – da sind die Erwartungen nicht gerade hoch geschraubt, der von Gugler Cross Media überrascht jedoch in jeder Hinsicht und beweist auch: Besser selten Emails raus schicken, dafür wirklich interessante.

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