Monthly Archive for Juli, 2007

E-Mails ade?

Klaus Eck bekennt in seinem PR-Blogger, dass er sich immer mehr vom E-Mailen verabschiedet: “In meiner Mailbox sammelt sich trotz Spamfilter viel zu viel Spam an. Deshalb bestelle ich seit Jahren keine Corporate Newsletter mehr, sondern abonniere stattdessen RSS-Feeds, die ich im Feedreader Bloglines lese. Meine Kontakte verwalte ich lieber über Xing als via Outlook. Darüber verschicke ich regelmäßig kleine Einladungen zum Social Web Breakfast. Ansonsten informiere ich meine Kontakte via PR Blogger, Skype, Facebook, Twitter, Flickr und Mister Wong über neue Links, Videos, Bilder und lesenswerte Berichte.”

Also macht der Overload in den Mailboxen zum Schluss dem E-Mailen gar den Garaus? Bei mir definitiv noch nicht, aber die Argumentation hat definitiv etwas für sich, wobei Klaus Eck selbst einschränkt: “Ich nutze die E-Mails allerdings noch in der Geschäftskommunikation, um Angebote, to-do’s und Rechnungen zu verschicken. Der Wandel verläuft langsam, aber in der Many-to-Many-Kommunikation verliert die E-Mail (zumindestens bei mir) an Bedeutung.”

Mehr beim PR-Blogger

CSR-Kosmetik

Das Thema Corporate Social Responsibility ist auch beim Fachverband Werbung und Marktkommunikation gelandet. Mit öffentlicher Unterstützung wurde jetzt ein “Leitfaden für Unternehmen mit Verantwortung” entwickelt – übrigens einer von insgesamt zehn branchenspezifischen Ausgaben, mit denen das Thema “nun auch den kleineren Betrieben so richtig schmackhaft gemacht werden” soll, wie es auf der dazugehörigen Plattform www.csrleitfaden.at heißt.

Viele nette, unverbindliche Worte stimmen mich wenig optimistisch. Und wie heißt es im Leitfaden so schön: “Überlegen Sie sich – gemeinsam mit Ihren MitarbeiterInnen – entsprechende Maßnahmen, die machbar und finanzierbar sind und zu Ihrem Unternehmen passen.” Ein bisschen Kosmetik und schon kann man sich den CSR-Orden umhängen.

Im Falter war letztens ein Interview mit dem Menschenrechts-Aktivisten Jeff Ballinger zu lesen, der in den Neunzigern die Arbeitsbedingungen in den asiatischen Fabriken aufdeckte (lange bevor Naomi Klein “No Logo” veröffentlichte). Darin beschreibt er eine simple Idee für Nike: “Wenn jeder Arbeiter für jedes Paar Schuhe 75 Cent mehr bekommt, wäre das Problem gelöst. Doch das würde 210 Millionen Dollar kosten. Stattdessen zahlt Nike 15 Millionen Dollar für seine CSR-Abteilung. Das löst das Public-Relations-Problem auch.”

Alle machen Urlaub? Nie mehr als 11 Prozent!

Jedes Jahr wieder beeindruckt mich, wie Anfang Juli sämtliche Kommunikations-Aktivitäten in den Sommerschlaf verfallen. Mit dem Argument, in der Urlaubssaison könne ja niemand erreicht werden, ist bis zum Herbst große Leere angesagt. Laut der Schweizerischen Post sind in den Sommermonaten jedoch nie mehr als etwa elf Prozent der Schweizer gleichzeitig abwesend – in Österreich wird es nicht viel anders sein.

Also besser den Sommer nicht verschlafen: Deutlich weniger Kommunikationsbotschaften treffen da auf etwas weniger Empfänger, die dafür weniger gestresst und weit interessierter sind. So findet z. B. in der Medienarbeit so manches interessante, aber nicht brandaktuelle Thema während der Sommerloch-Zeit weit mehr Aufmerksamkeit als unterm Jahr!