Monthly Archive for Februar, 2008

Privacy-Management versus Online-Reputation-Management

Die Euphorie um die sozialen Netzwerke wie Facebook, Xing & Co ist groß. Oft übersehen wird dabei, dass der Schutz persönlicher Daten erheblich leidet. User können das, was sie einmal veröffentlicht haben, nur eingeschränkt auch wieder zurücknehmen.

Und die Netzwerke gehen mit den ihnen anvertrauten Daten oft nicht sonderlich sorgsam um. Aktuelles Beispiel dazu ist der stark verunglückte Start von Werbung auf den Profil-Seiten von Xing (gut zusammengefasst bei Selfmade in Austria).

Im Spiegel beschreibt eine Studentin ihren digitalen Selbstmord: Sie hat sich aus Xing, Facebook und StudiVZ verabschiedet. Dass dies gar nicht so leicht möglich ist, erlebte der Werbeblogger bei seinem Ausstieg von Facebook: Es ist praktisch nicht möglich, seine gesamten Daten zu löschen (übrigens ebenso bei Xing).

Professor Hendrik Speck von der Fachhochschule Kaiserslautern veröffentlichte dazu gerade einen etwas langen, aber sehr interessanten Beitrag bei Deutsche-Startups.de.

Manche Formulierung mag überzogen sein, aber wir brauchen definitiv mehr Privacy-Management im Internet.

Das bedeutet zunächst mehr Bewusstsein auf der individuellen Ebene: Das, was man online stellt, sollte gut überlegt sein. Und in zweiter Linie ist ein besserer rechtlicher Rahmen nötig. Es muss möglich und garantiert sein, komplett aus Netzwerken auszusteigen, inklusive dem Löschen sämtlicher Daten.

Journalisten nutzen neben herkömmlichen PR-Material zunehmend Blogs & Co

Und noch eine Studie zum Recherche-Verhalten bei Medien. Die PR-Agentur Maisberger Whiteoaks befragt dazu jährlich deutsche Journalisten.

Im Vergleich zum Vorjahr wurden bei der Umfrage im November 2007 PR-Informationen insgesamt etwas häufiger genutzt. Mögliche Gründe sind die Qualität der Materialien und die immer knapper werdende Zeit, die für redaktionelle Arbeiten zur Verfügung steht.

Presseinformationen sind demnach weiterhin die beliebteste Quelle, sie werden von 84,8 Prozent der Befragten verwendet. Es folgen Anwenderberichte (38 Prozent), Kompetenzartikel (29,3 Prozent) und Interviewangebote (28,3 Prozent).

Deutlich zungenommen haben andere Informationsquellen: Bereits 12 Prozent der Redaktionen nutzen moderne Recherchequellen wie Blogs und RSS-Feeds. Dieser Anteil hat seit 2005 deutlich zugenommen.

Suchmaschinenoptimierung: It’s not a trick, it’s knowledge

Frisches Wissen zum Thema Suchmaschinenoptimierung gefragt? Bitte sehr:

E-Magazin Suchradar
Soeben erschien die Ausgabe Februar mit Beiträgen zu:
- lokale Suchergebnisse dank Google Maps
- Trends im B2B-Online-Marketing
- Änderungen im Algorithmus von Google

PDF Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung
Auf 28 Seiten sehr verständlich zusammengefasst, worauf es ankommt. Und was steht gleich an 1. Stelle? CONTENT. Da freut sich die Texterin, liest aber auch gerne die Kapitel zu sauberen URLs, Metatags, Links etc.

Und wie schreibt Thomas Promny so schön auf der 1. Seite: “It’s not a trick, it’s knowledge.” Allerdings sollte man auch das Schlusswort nicht übersehen: “Denken Sie bitte daran, dass Sie heutzutage unter Umständen sehr viel Geduld brauchen: Wenn Sie ein ganz neues Projekt auf einer neuen Domain starten, wird es, selbst wenn Sie alles perfekt machen, mehrere Jahre dauern, bis die Seite zu den Top-Keywords eine Chance hat. In den Nischen können sich immerhin schon nach Wochen bis Monaten Erfolge einstellen, wenn Sie gute Arbeit machen.”

Deutsche Journalisten schlagen bei Wikipedia nach

74 Prozent der deutschen Journalisten haben Wikipedia bereits zu Recherchezwecken verwendet. Das ergibt eine Studie des Marktforschers Smart Research im Auftrag von pressetext, für die 2.700 deutsche Journalisten zur Relevanz von Online-Tools befragt wurden.

Hendrik Zörner, Pressesprecher des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), betont in diesem Zusammenhang: “Journalisten, die Wikipedia bei ihren Recherchen zu Rate ziehen, sollten zwei Dinge beachten: Erstens müssen sie sich vergewissern, woher die dort gefundenen Informationen ursprünglich stammen und zweitens sollten sie zu ihrer eigenen Rückversicherung noch mindestens eine weitere Quelle hinzuziehen.”

Mit Abstand wichtigstes Online-Recherche-Tool für Journalisten ist nach wie vor Google. 95 Prozent gaben bei der Befragung an, dass die Arbeit mit der Suchmaschine für sie “sehr wichtig” oder “wichtig” sei. Das Online-Archiv der eigenen Redaktion folgt mit 87 Prozent knapp vor den Webseiten von Unternehmen mit 86 Prozent.

Ähnliche Ergebnisse finden sich bei Umfragen aus den Jahren 2007 und 2006, letztere wurde unter österreichischen Journalisten durchgeführt.

Mehr dazu auch bei pressetext

US-Journalisten nutzen regelmäßig Blogs

Die US-Kommunikationsagentur Brodeur befragte Journalisten über ihr Verhältnis zu Blogs. 178 Redakteure nordamerikanischer Medien, davon die meisten aus Wirtschafts-Ressorts, nahmen teil.

Die Ergebnisse waren für mich überraschend und können wohl auch hierzulande als Trend-Indikator gelten:
- Mehr als die Hälfte sagte: Wir lesen mindestens 2 – 3 Mal pro Woche Blogs.
- Die wichtigsten Gründe sind: Um neue Themen und andere Zugänge zu finden (dazu finden 78 % Blogs hilfreich) oder um die Stimmungslage einer Debatte abzuchecken (dafür schätzen 76 % der Befragten Blogs hilfreich ein).
- Erst in zweiter Linie lesen Journalisten Blogs, um Informationen zu “breaking news” zu finden (hier vergaben nur noch 47 % das Kriterium “hilfreich”).
- Lediglich 10 Prozent der Journalisten lesen nie Blogs.
- Im Schnitt werden 1 – 5 Blogs regelmäßig gecheckt.

Mehr dazu:
BlogWrite for CEOs
Download der Brodeur-Studie als PDF

Wissen: bald nur noch im Internet, dafür gratis

Der Trend im Netz geht hin zu freiem, werbefinanzierten Wissen. Das war hier schon im Dezember zu lesen.

Jetzt gibt es zwei neue Belege dazu:

1.
Vom Spiegel gibt es eine neue Wissens-Plattform, die sich “Lexikon der nächsten Generation” nennt. Spiegel Wissen verknüpft vier hochkarätige Informationsquellen: Bertelsmann-Lexika, Wikipedia sowie die Archive von Spiegel und manager magazin mit mehr als 700.000 Beiträgen.

2.
Wikipedia-Gründer Jimmy Wales startete heuer mit seiner lange erwarteten Suchmaschine Wikia Search, die Such-Funktionen mit Social-Networking und einem Wiki verbindet. Im Interview mit der Wiener Stadtzeitung Falter erzählte er: “Das Allerwichtigste, was ich den Menschen bewusst machen will, ist: Die Algorithmen, die Google für seine Suchmaschine verwendet, sind geheim. Das Konzept ist überhaupt nicht transparent. Für eine offene Gesellschaft ist es aber überaus wichtig, dass man nachvollziehen kann, nach welchen Kriterien solche inhaltlichen Entscheidungen getroffen werden. Außerdem glaube ich, dass die Suchmaschinen nachlässig wurden. Wir können uns alle an die Zeit vor Google erinnern, als die Websuche wirklich erbärmlich war. Dann kam Google und die Ergebnisse wurden wesentlich besser. Aber in den letzten Jahren gab es einen Stillstand. Die Qualität der Suchmaschinen ist recht gut, und die Leute haben gelernt, das zu akzeptieren. Ich glaube aber, dass es besser geht.”

Bessere Ergebnisse soll es durch die Bewertungen von Usern geben. Bis dafür die kritische Masse erreicht wird, wird es allerdings noch rund zwei Jahre dauern, schätzt Wales. Und das merkt man bei der Alpha-Version noch tatsächlich. Irgendwann soll es dann auch Werbung geben – so ähnlich wahrscheinlich wie bei Google, dem übrigens auch die Einfachheit der Suchmaske nachempfunden ist.

Nachtrag: Um das gedruckte Wissen ist es derweil schlecht bestellt: Brockhaus hat gerade bekannt gegeben, die gedruckten Enzyklopädien einzustellen. Mehr zum “Lexitus” bei der Platttform buch-pr.de.

Was weiß das Netz über mich?

Digital Reputation Management ist angesagt – spätestens seit immer mehr Personalmanager das Netz durchsuchen, um mehr über ihre Bewerber zu erfahren.

Eigene Portale spezialisieren sich auf die Suche nach personenbezogenen Daten, wie zum Beispiel:

www.123people.com (Österreich)
www.myonid.de (Deutschland)
www.yasni.de (Deutschland
www.spock.com (USA)

Spontan geällt mir das österreichische Portal 123People am besten, auch wenn es noch etwas mit Anlaufschwierigkeiten kämpft: Man kann nach Ländern wählen und erhält gut strukturierte Ergebnisse: Websites, Bilder, Videos, E-Mail-Adressen etc.

Bei Mr. Wong hält derzeit übrigens Yasni mit den meisten Verweisen.

Mehr dazu:
“Reputation als Erfolgsfaktor” (PR-Blogger)
“Exhibitionismus in Social Networks” (PR-Blogger)
“Vom Ego-Googeln zum Reputionsmanagement” (Viralmythen)

Schlafraum statt Strafraum: Zimmerportal für Fußball-Fans während der Euro 2008

prooms - Privatzimmer zur Fußball-EM

Die Fußball EM in Österreich und der Schweiz rückt näher und längst hat nicht jeder Fan schon ein Zimmer – auf der Wiese braucht dennoch keiner übernachten. Dafür sorgt die Web-2.0-Plattform prooms, die private Zimmer vermittelt.

Mehr dazu bei prooms.