Monthly Archive for Mai, 2008

Bewegtbilder im Internet: Status Quo in Österreich kurz vor der Euro

Mobile TV, nedrichardsBewegtbilder wurden als einer der Online-Trends des Jahres angekündigt. Rechtzeitig zur Fußball-EM startet jetzt Mobile TV in Österreich.

Anbieter ist Media Broadcast (Teil der französischen Gruppe TDF) gemeinsam mit den Betreibern Hutchison und One. Zur Euro sollen in den vier Spielorten Wien, Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg 15 Fernsehprogramme und vier Radiosender zu empfangen sein. Bis Jahresende will Media Broadcast dann 55 Prozent der Bevölkerung mit Programmen unter dem Standard DVB-H erreichen. Ob damit das Match schon entschieden ist, ist offen: Die anderen österreichischen Mobilfunk-Betreiber Mobilkom und T-Mobile sind nicht mit an Board und international gibt es durchaus auch andere technische Formate, selbst in der EU ist die Richtung noch nicht klar festgelegt.

Und wie sieht es mit Videos auf Websites aus? Siemens verteidigte eben erst die Position als weltweit beste Konzern-Website, gerade weil sich auf der eigenen Internet-Präsenz sehr viel bewegt. Auch auf der österreichischen Siemens-Website sind einige Videos zu finden.

Bei den Websites österreichischer Medien tummeln sich ebenso da und dort laufende Bilder. Das ist dank des Angebots von APA-Video releativ leicht zu realisieren. Einige Medienhäuser produzieren auch selbst Videos, wie etwa die Kleine Zeitung mit der Society-Sendung Leute TV.

Bei den eigenen Beiträgen dominieren oft regionale Themen. Für Vorarlberg Online sind etwa eigene Mobile Journalists im Ländle unterwegs. Schneller als jede Fernsehstation kann man so kurze Beiträge aus der Region ins Netz schicken.

Anders die Strategie bei TV Media: Dort besprechen Redakteure die neuen Filme und streuen dabei auch kurze Film-Ausschnitte ein. Nett, aber sieht man sich das nicht doch lieber im Fernsehen an?

Überhaupt ist die Frage: Wie wird all das angenommen? Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur bei Sueddeutsche.de, relativiert im aktuellen deutschen Horizont den Hype um Bewegtbilder: “Videos erzielen im Vergleich zu Artikeln und gut gemachten Bildergalerien nur einen Bruchteil des Traffics.” Auch für Dirk Specht, Leiter der Elektronischen Medien der FAZ, bleiben Bewegtbilder noch eine ganze Weile ein Beobachtungsfeld. Ebenfalls im Horizont vom 23. Mai 2008 sagt er: “Die Herausforderung besteht in der Schaffung neuer und mediengerechter Formate, die Text, Interaktion und Bewegtbild kombinieren. Zweitverwertungen von Bewegtbildinhalten aus dem TV-Umfeld decken das nicht ab.”

Und wie sieht die Situation in Österreich aus? Barbara Ebner, Geschäftsführerin von Kleine Online, sagt im Horizont-Special zum ADGAR: “Das Internet ist kein Lean-Back-Medium. Da will ich keine zehnminütige Nachrichtensendung anschauen.” Und Susanne Obermayer, Geschäftsführerin von Krone Multimedia, stößt dort ins selbe Horn: “Man sollte sich die Vorteile und nicht die Nachteile des Fernsehens ins Internet holen. Der User will aus einzelnen Beiträgen wählen können.”

Was werden also die Inhalte sein, die wir uns künftig gerne am Laptop-Monitor oder am Handy ansehen: Nachrichten als kurze Information-Bits, Ein-Minuten-Folgen von Soaps oder doch ganze Fußball-Matches?

Nachtrag:
T-Mobile kündigt an, jetzt mit dem qualitativ besseren DVB-T zu starten. Mobilkom ist kurzfristig doch bei DVB-H dabei.

Soziale Netzwerke: Sind wir Spinne oder Fliege im Netz?

Ziemlich eigen, wie heute Netzwerk-Freundschaften funktionieren, findet Andrea Maria Dusl in der Standard-Beilage Rondo. Und ich frage mich mit ihr mit: “Sind wir die Spinne oder die kleine Fliege? Haben wir das Netz gewoben, oder kleben wir daran?”

Noch verrückter käme einem das alles “in real life” (IRL) vor, zeigt das Video “Facebook in Reality“.

Allein gegen Google

Ein deutscher Unternehmer ließ sich bereits 2000 in Deutschland die Marke Gmail schützen, Google startete dennoch unter diesem Namen mit dem eigenen E-Mail-Dienst. Trotz massiven Drucks zog der Unternehmer vor Gericht - und hat mehrfach gewonnen.

Nun stellt sich die Frage: Wie geht’s weiter mit Gmail in Deutschland?

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Frankfurter Rundschau

Slogans 2008: nachhaltig, exklusiv, komplex

Slogans.de und Trendbüro untersuchten zum zweiten Mal die Werbesprache. An die 6.000 neue Werbeslogans seit dem Jahr 2000 wurden untersucht und daraus Trends für die Werbung abgelesen. Die sind gar nicht so eindeutig auszumachen, sondern sehr vielschichtig.

Ein wichtiges Thema ist das neue grüne Bewusstsein kombiniert mit dem Faktor “Nachhaltigkeit”. Viele Slogans wollen auch klare Orientierung geben – und damit bei der überfordernden Wahlfreiheit unserer Konsumwelt helfen. Die Studie sieht auch eine Abkehr vom Billigtrend, hin zum Wunsch nach hochwertigen Produkten. Dies zeigt sich bei Worten wie “Qualität”, “Erfolg”, “Service”, “Kompetenz”, “Tradition”, “Erfahrung”, “mehr”, “spezialisiert” und “excellence”. Auch “gut” und die Steigerung “besser” kommen häufig vor (siehe dazu auch einen Beitrag auf K2).

Schließlich wird in Werbebotschaften immer häufiger das Thema “Gemeinschaft” angesprochen. Durch Worte wie “wir”, “zusammen”, “Team” oder “für uns” wird ein Zugehörigkeitsgefühl und eine Identifikation mit der Marke ermöglicht.

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PR-Portal

Armin Reins: Mit Texten punkten

Bei schönstem Mai-Wetter krank sein, ist nicht fein, aber zumindest habe ich ENDLICH “Corporate Language” von Armin Reins ausgelesen. Er ist das ja sehr geschickt angegegangen: Einige eigene Kapitel mit jeder Menge Interviews anreichern. Das macht das Ganze gleich viel bunter sowie lesenswerter und schnell zu einem 300-Seiten-Werk.

Als Texterin habe ich eine rechte Freude mit dem Buch. Denn seine Kernbotschaft ist: Nur mit Bild und Emotion kommt beim Empfänger einfach zu wenig an; einige Interview-Partner großer Marken bestätigen auch: Der Brasilianisierung der Werbung fehlt die Kraft der Worte. Und auch der Gehirnforscher erklärt: Information wird besser verarbeitet, wenn sie visuelle und auditive Komponenten beinhaltet. Das einmal genauer zu lesen, macht schon Sinn.

Mein liebstes Kapitel im Buch steht gleich zu Beginn. Da besucht Armin Reins den Box-Announcer Michael Buffer. Mit einem Satz verdient er jährlich 750 Millionen Dollar: “Let’s Get R-R-R-Ready to Rumble-e-e-e…”. So sollten Texter ihr Handwerk verstehen…

Armin Reins.
Corporate Language. Wie Sprache über Erfolg oder Misserfolg von Marken und Unternehmen entscheidet.
1. Auflage 2006

Pressefoto des Jahres: viel Wind um den Papst

Pressefotos können spannend sein, zeigt der Wettbewerb Objektiv 08. Austria Presseagentur und Canon ermittelten in sechs Kategorien die besten Pressefotos Österreichs. Gesamtsieger wurde der Fotograf Klemens Groh von der Kronen Zeitung mit einem Foto des Papstes.

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Website Objektiv 08

Human Globaler Zufall: Medienglobalisierung einmal anders

Jeder kennt jeden über sechs Ecken: Der Zeitungspraktikant Dennis Buchmann entwickelte aus dem Kleine-Welt-Phänomen von Stanley Milgram das Konzept für ein neues Magazin. Dem Axel-Springer-Verlag gefiel die Idee und so erschien jetzt mit Global Editor Buchmann (auf dem Foto während der Recherche in Equador) die erste Ausgabe von “Human Globaler Zufall”: Sechs Beiträge mit vielen Fotos führen rund um den Globus zu Menschen und ihren Geschichten.

Eine witzige Idee, visuell ansprechend umgesetzt, über die Texte wird allerortens diskutiert.

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Website zum Magazin Human Globaler Zufall