Monthly Archive for Juli, 2008

Ex-Googler starten mit neuer Suchmaschine Cuil

Heute startet eine neue Suchmaschine: Cuil (irisch für “Wissen) behauptet von sich selbst, mehr Websites im Index zu haben als jeder anderer Anbieter – zum Beispiel drei Mal so viele wie Google. Die Initiatoren sind die ehemalige Google-Suchmaschinenarchitektin Anna Patterson, Ihr Mann, Stanford-Professor Tom Costello, und einige andere ehemalige Google-Mitarbeiter.

Aber bedeuten mehr Seiten auch bessere Ergebnisse? Im deutschen Sprachraum werden wir mit Cuil vorerst wenig Freude haben: Wien kennt sie noch nicht und für Berlin bringt sie primär Ergebnisse auf Englisch. Die sind dafür aber sehr übersichtlich angeordnet. Bei der Darstellung der Treffer ist Cuil definitiv ein großer Schritt nach vorne.

Cuil rankt nicht auf Basis der Popularität von Websites (wie Google), sondern untersucht den Inhalt, wie gut er die Anfrage trifft. Das klingt nach einer semantischen Suchmaschine, dachte sich auch Rafe Needleman bei cnet.com. Tom Costello sagt dazu: Cuils Suche ist “contextual, we’re trying to understand the real world, not the Web.”

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New York Times

Ganz anders präsentieren

Beim Webben kam ich letztens beim Blog von Presentation Zen vorbei. Das war ein guter Zufall: Denn ich bereite gerade eine größere Präsentation für ein Seminar vor – und suche ohnehin seit längerem nach einem anderen Zugang zum Thema Power-Point-Präsentation. Bisher hatte ich dazu nichts wirklich Brauchbares gefunden, die Ansätze von Garr Reynolds sind dagegen wirklich spannend.

Fotograf: Bert HeymansOffensichtlich dürften sie jetzt auch im deutschen Sprachraum populär werden – Trainer Michael Gerharz greift sie in seinem Blog Überzeugend Präsentieren auf und eben ist auch Garrs Buch auf Deutsch erschienen:”ZEN oder die Kunst der Präsentation”. Ich finde es wirklich inspirierend, auch (oder gerade weil) mich Manches momentan zum Widerspruch anregt. Einen Nachteil hat das Buch allerdings: Garr schreibt selbst, dass es Substrat seiner Blog-Beiträge ist und das ist spürbar. Man merkt, dass es nicht nach einem vorangestellten Konzept geschrieben ist (wie er es eigentlich für die Gestaltung von Präsentationen empfiehlt.). Trotzdem: Das Buch sollte man lesen und beherzigen, wenn man beim Thema Präsentieren einen entscheidenden Schritt weiterkommen möchte.

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Seth Godin: Really Bad Powerpoint

Studie: Tags primär hilfreich für das Finden aktueller Inhalte

Blogger und Nutzer von Del.icio.us, Flickr & Mister Wong lieben Tags, viele andere kennen sie noch gar nicht. Letzteres ist zumindest meine persönliche Erfahrung.

Stefanie Panke und Birgit Gaiser haben im Frühjahr 2008 Nutzer des freien Schlagwortens online befragt.

Ihre wichtigsten Ergebnisse:

  • Tags werden vor allem von langjährigen Internet-Nutzern eingesetzt – die meisten nutzen sie seit rund zwölf Monaten. Sehr viele von ihnen schreiben selbst ein Blog.
  • Social Tagging ist auch bei Weblogs am weitesten verbreitet , gleich auf liegen Social-Bookmarking-Dienste wie deli.cio.us und Mister Wong. Dahinter folgen Bilderdienste wie flickr und Kontakt-Netzwerke wie Xing.
  • Viele Funktionen und Begriffe sind auch aktiven Taggern nicht bekannt (Folksonomy, Bundles…).
  • Tag-Clouds werden vor allem zur Erschließung fremder Inhalte oder Ressourcen-Sammlungen verwendet.
  • Die Hälfte der Nutzer trennt nicht strikt zwischen beruflicher und privater Darstellung.
  • Im Schnitt erhält eine Ressource 4 bis 7 Tags.
  • Auch deutsche User verwenden sehr oft englische Begriffe.
  • Ein Problem sind die unterschiedlichen Schreibweisen von Begriffen und die unterschiedlichen Begriffs-Konventionen (Trennung von Tags durch Beistrich oder Leerschritt).
  • Recommended Tags werden von zwei Drittel der Befragten verwendet.
  • Im Tagging-Vokabular dominieren Schlagworte zum Thema und zur Domäne (“SocialSoftware”). Häufig werden auch der Medientyp (“Tagungspaper”) oder das Genre einer Ressource spezifiziert.
  • Primäres Motiv zum Taggen ist die persönliche Wissensorganisation, die kommikative Seite spielt eine geringere Rolle. Social Tagging wird primär als Recherchemittel und personalisiertes Ablagesystem wahrgenommen.
  • Bestehende Inhalte werden nur selten nachträglich mit neuen Schlagworten versehen. Mit Social Tagging werden also vor allem aktuelle Inhalte leichter gefunden, als dauerhaftes Archiv ist es weniger effektiv. Sinnvoll wäre dhaer eine Weiterentwicklung in Richtung automatisierter Funktionen zum Aufräumen der Ressourcen-Sammlungen.

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Stefanie Panke und Birgit Gaiser. Nutzerperspektiven auf Social Tagging – eine Online-Befragung

Meine Bookmarks bei Mister Wong

Das deutschsprachige Web unterm Mikroskop

Webmasterpro nimmt deutschsprachige Websites unter die Lupe – die Plattform untersucht 100.000 Internet-Auftritte zu Browser-Marktanteilen, Auflösungen, Betriebssysteme und Suchmaschinen-Reichweiten.

Wer einen Blick auf die aktuelle Webanalyse wirft, wird viel Erwartetes finden und auch das eine oder andere spannende Detail, z. B. bei Daten zu Suchanfragen: So kommen nur bei 1 Prozent der Anfragen Anführungszeichen zum Einsatz, um eine exakte Wortfolge zu finden. Auch interessant: Die meisten Sucheingaben bestehen aus 2 Wörtern (39 Prozent), gefolgt von Anfragen mit einem Wort (32 Prozent).