Monthly Archive for August, 2008

Sex sells – auch nicht immer

Media-Analyzer, eine deutsche Agentur für Werbewirkungsforschung, hat sich angesehen, ob Sex in Anzeigen tatsächlich verkauft. Die Ergebnisse belegen so manches, was man immer wieder dazu hört.

Ganz simpel zusammengefasst:

  • Sex wirkt primär bei Männern.
  • Wenn Frauen die Zielgruppe sind, heißt es: besser die Finger davon lassen.
  • Die sexuellen Botschaften lenken sehr oft von den anderen Inhalten ab (Vampir-Effekt).
  • Sehr oft kann die sexuelle Karte das Image einer Marke oder eines Unternehmens nachhaltig schädigen.

Dazu drei kritische Beispiele:

  • Gerade im Guerilla Marketing setzen Unternehmen oft sexuelle Aktionen ein, um zu provozieren. Das passt nicht für jedes Unternehmen und kann sehr unangenehme Folgen haben, wie etwa für Vodafone: Das Unternehmen schickte bei einem Rugby-Spiel in Australien zwei Flitzer auf den Rasen und handelte sich damit viel Ärger ein.
  • Die Körperpflege-Linie CD startet jetzt mit einer provozierenden TV-Kampagne: Der Spot startet wenig spektakulär mit einer duschenden Frau, die sich dann allerdings als Nonne entpuppt. Momentane Aufregung ist damit garantiert, der langfristigen Markenpositionierung ist dieser Spot aber nicht förderlich. Denn: Bei nicht ganz so jungen Kundinnen hat CD sicher noch eine hohe Markenbekanntheit – gerade die werden mit dieser Werbekampagne aber wenig Freude haben.
  • Immer wieder frage ich mich auch, wen eigentlich Humanic mit der eigenen Werbung in die Geschäfte locken möchte. Sorry, aber diese Spots animieren mich als Frau nicht wirklich dazu, dort Schuhe zu kaufen. So manche Kampagne wird anscheinend von männlichen Werbern für männliche Entscheider in Unternehmen umgesetzt.

> Mehr dazu:

MediaAnalyzer

Flitzer-Aktion von Vodafone

CD-Spot bei Horizont.net

Wenn aus Marketing Korruption wird

Zunächst wenig beachtet stellt sich erst jetzt so richtig heraus, was das neue Antikorruptionsgesetz alles bedeuten kann. Es trat mit dem Strafrechtsänderungsgesetz 2008 in Kraft und untersagt Behördenvertretern jegliche Annahme von Geschenken. Die Bestimmungen gelten aber auch für Mitarbeiter von privaten Unternehmen , wenn durch Geschenke pflichtwidriges Verhalten erkauft wird.

Judikatur und damit Erfahrungswerte zur neuen rechtlichen Situation wird es erst 2009 geben. Unser derzeitiges Rechtsempfinden ist bis dahin keine verlässliche Basis: Manches,  was derzeit gang und gäbe ist, kann sich dann als problematisch herausstellen. Eines ist jedenfalls klar: Der gesamte Bereich rund um Sponsoring und Events ist davon massiv betroffen. Ob die Initiatoren wirklich bedacht haben, dass damit der Kultur und dem Sport wichtige Fördergelder abhanden kommen?

Bis zu den ersten rechtlichen Entscheidungen ist es auf jeden Fall sinnvoll, bei Incentive-Events Vorsicht walten lassen. Erst danach wird sich auch zeigen, wo die Bagatellgrenze angesetzt wird (derzeit werden Beträge zwischen Euro 50,- und Euro 100,- angenommen).

> Mehr dazu:

Beitrag in Medianet

Empfehlungen für Unternehmen und Management von Kovar & Köppl

Social Media – neuer Wind für die PR

Letter Writer, Rita Banerji

Social Media stellen das bisherige Verständnis von Kommunikationsarbeit ziemlich auf den Kopf. Vielen fällt es schwer, sich gänzlich von der One-Way-Communication zu verabschieden – und einigen ist überhaupt noch nicht bewusst , was sich da so abzeichnet. Auch in der PR sind viele im Zeitalter von Web 2.0 oder Web 3.0 noch nicht angekommen, zeigte sich zuletzt der Wiener PR-Berater Markus Pirchner überzeugt (Interview bei Semantic Web Company).

Auf der anderen Seite tut sich doch einiges: Da entwickelt ein Team an der Leeds Metropolitan University einen semantischen Standard für Presseaussendungen und Medienbeobachtung (www.xprl.org).

Und es wird eifrig an einem Nachfolger für die klassische Presseaussendung gebastelt: Am 28. Oktober 1906 verschickte die amerikanische Eisenbahngesellschaft “Pennsylvania Railroad” erstmals an eine Lokalzeitung eine derartige Information, ist beim PR-Kloster zu lesen. 100 Jahre danach gibt es einige ernst gemeinte Versuche für eine neue Social Media Release (SMR). Todd Defren werkt seit längerem an einem derartigen Template, Version 1.5 präsentiert er auf seinem Blog PR Squared.

Timo Lommatzsch hat zu diesem Thema jetzt an der FH Hannover seine Bachelor-Arbeit verfasst. Die wichtigsten Inhalte kann man sich bei Social Media PReview als E-Book downloaden.

> Mehr dazu:

Erste Presseinformation 2.0 in Deutschland: Bildungsoffensive 2006

Social Media Group

Naked PR

Nachtrag: Es gibt auch schon Beispiele für den nächsten Schritt: den Social Media Newsroom. Zum Beispiel für das Projekt Wasserbotschater von Volvic.