Erstellt am
23. Dezember 2009 unter
Marketing.
Die letzten Projekte sind (fast) abgeschlossen, einige Weihnachtsmails werden wohl noch eintrudeln. Aber ansonsten ist jetzt einmal Pause bis zum neuen Jahr angesagt, für meine Agentur und hier auf dem Blog.
Wer von Weihnachten und den vielerlei Grüßen noch nicht genug hat, kann noch bei den Ergebnissen der “großen unrepräsentativen Weihnachtsumfrage” der deutschen Agentur Script vorbeischauen: Für 3/4 der der Befragten ist die Weihnachtskartenschreiberei alles andere als lästige Pflicht. Fast die Hälfte stellt die erhaltene Weihnachtspost als Galerie auf und hebt die orginiellsten Karten auf.
> Mehr dazu:
Weihnachtskartenumfrage Script
Bereits seit einiger Zeit bietet Microsofts Suchmaschine Bing die Echtzeit-Suche von Twitter-Meldungen an, nun hat Google mit einer Real-Time-Search-Funktion nachgezogen, die allerding auch andere Quellen wie Blogs integriert. Ian Paul hat bei PC World die beiden Angebote verglichen, seine Bewertung fällt ambivalent aus.
Die Echtzeitsuche von Google funktioniert derzeit nur auf Englisch – bei Google Trends kann man sich die Funktion zum Beispiel anschauen. Im Fenster “Latest Results” werden jeweils die aktuellsten Ergebnisse eingeblendet.
Das PDF-Magazin Suchradar vergleicht vergleicht soeben in der aktuellen Dezember-Ausgabe (Seite 11) die “regulären” Suchabfragen von Bing und Google . Die beiden Suchmaschinen liefern demnach sehr unterschiedliche Ergebnisse. Da Google-Resultate gefühlt als richtig wahrgenommen werden, werden die anderen Ergebnisse von Bing von den Sucenden meist als nicht stimmig gewertet. Aber was ist wirklich der richtige Treffer?
Ein ähnliches Meinungsbild ergibt auch eine aktuelle “Opinion-Mining-Studie“: Die Befragten schätzen die Qualität der Suchergebnisse von Bing als verbesserungswürdig ein, dafür punktet das Microsoft-Angebot mit dem Design und besseren Resultaten bei Bildern und Videos. Der Stellenwert von Bing ist jedenfalls nach wie vor sehr niedrig – er könnte aber höher werden, wenn Yahoo in Deutschland künftig mit Bing arbeitet.
> Mehr dazu:
Echtzeitsuche: Beitrag auf K2 vom 5.6.2009
Mario Pricken ist seit seinem Buch “Kribbeln im Kopf” ein Guru der Kreativ-Szene. Nun hat er ein neues Werk geschrieben: “Clou” lautet knapp die Headline, gefolgt von der ausufernden Subline: “Strategisches Ideenmanagement in Marketing, Werbung, Medien & Design: Wie innovative Ideenschmieden die Alchemie der Kreativität nutzen”.
Auf mehr als 300 Seiten gibt Mario Pricken der Idee des zufälligen Ideensprudelns eine Abfuhr, da so primär Mehr vom Gleichen produziert wird. Der Autor fordert den Aufbau einer eigenen “Creative Culture” und das heißt auch Abschied vom Branchenautismus zu nehmen: Mit einer inspirierenden Brise von außen ließe sich die nächste Big Idea weit zuverlässiger finden. Und anstatt aufwändige Motivationsprogramme einzuführen sollten die typischen Motivationskiller in Unternehmen unterbunden werden. Allen voran: unklare Ziele, Brainstorming-Sitzungen und mehr Kritik als Lob. Bei vielem mag man sagen: ja, eh klar. Aber es stimmt schon: Genau bei diesen simplen Dingen liegen die Stolpersteine auf dem Weg zu wirklich neuen Ideen.
Mario Pricken
Clou. Strategisches Ideenmanagement in Marketing, Werbung, Medien & Design: Wie innovative Ideenschmieden die Alchemie der Kreativität nutzen
Verlag Hermann Schmidt Mainz 2009
Allerortens Krisenstimmung bei den Printmedien: Die Anzeigenverkäufe sind drastisch zurückgegangen, das bringt auch das Modell der kostenlosen Tageszeitungen unter Druck. Heuer wurden etwa sowohl “.ch” in der Schweiz als auch das Linzer Gratis-Blatt “Die Neue” eingestellt, erst vor kurzem ebenso “Die Rundschau am Sonntag”. Das Publikum wandert zunehmen von gedruckten zu elektronischen Medien, für die es bis jetzt aber kein funktionierendes Geschäftsmodell gibt. Wie wird es weitergehen?
Der amerikanische Journalist John Nichols zeigt sich frank und frei recht pessimistisch: Ein Viertel der Journalisten in den USA habe in den vergangenen beiden Jahren den Job verloren. Das Modell der “Old Media” sei schlichtweg tot, jenes der “New Media” funktioniere nicht. Und der Ausweg? John Nichols sieht in nur durch “Government Intervention” – und beruft sich dabei auf die Gründerväter der Vereinigten Staaten, die bewusst den Aufbau der Massenmedien gefördert hätten.
Staatliche Interventionen für für eine Branche der Privatwirtschaft, die in den vergangenen Jahren Gewinne wie kaum eine andere eingefahren hat, das klingt in den USA reichlich ungewöhnlich. John Nichols ist mit dieser Forderung aber keineswegs alleine. Bereits Anfang des Jahres forderten etwa zwei Finanzanalysten, Zeitungen wie die New York Times sollten in geförderte Non-Profit-Organisationen verwandelt werden (Beitrag dazu auf K2: Verstaatlichung als Ausweg für US-Zeitungen?).
Oder führt am Online-Modell ohnehin kein Weg vorbei? So drastisch sehe ich das nicht. Das haptische Erlebnis des Papiers wird uns nicht gänzlich abhanden kommen, gerade dort, wo eine gewisse Hochwertigkeit ausgedrückt werden soll.
In dem Zusammenhang ist eine Entscheidung der SAP AG interessant: Das Unternehmen ersetzte zuerst die aufwändig produzierte Kundenzeitung durch einen E-Mail-Newsletter – und geht jetzt wieder den Weg zurück: Eine Befragung der Leser habe ein klares Votum für ein gedrucktes Magazin ergeben. Der Newsletter wird eingestellt, ab 2010 gibt es wieder vier Mal im Jahr das gedruckte SAP Spectrum.
> Mehr dazu:
Video-Clip mit John Nichols auf der Website von “The Nation” (7 Minuten)
Beiträge auf K2 zur Krise der Printmedien, über den Trend zu Gratis-Cotent und zur Zukunft des Qualitätsjournalismus