Monthly Archive for Februar, 2010

Wenn der Körper ein Wörtchen mitspricht

Körpersprache finde ich immer wieder ein sehr interessantes Thema – beim gestrigen Hernstein-Praxistag war dieser Workshop für mich daher gleich ein fixer Programmpunkt. Trainerin Maria Thanhoffer, ausgebildet bei Samy Molcho und langjährige Professorin am Max-Reinhardt-Seminar,  ließ  mit einfachen Übungen manchen Aha-Effekt erspüren.

Also, am besten auch selbst ausprobieren: Hände auf die Brust und im vollen Brusston der Überzeugung sagen: “Dafür übernehme ich die volle Verantwortung.“ Das klingt stimmig, oder? Dann jedoch der 2. Versuch: Derselbe Satz, aber dabei die Hände auf der Stirn – und schon wirkt er unfreiwillig komisch.

Dasselbe Prinzip findet sich immer wieder: Körpersprache und Gesagtes müssen übereinstimmen, ansonsten senden wir widersprüchliche Botschaften aus – und erreichen den beabsichtigten Effekt nicht.

Wer in sich gesunken im Sessel hängt, wird Zuhörer mit seiner Rede nicht begeistern, da mag die Botschaft noch so interessant sein. Und ganz ähnlich gilt: Wessen Hände bei einem Referat fest an der Seite kleben, der kann andere kaum zum Handeln motivieren.

Überhaupt die Hände – dazu ließe sich viel sagen und ausprobieren. Gemeinsam mit dem Kopf und dem Oberkörper sind sie unser Ich-Bereich, erklärte Thanhoffer. Mit diesem Sichtfenster präsentieren wir uns anderen bei Besprechungen. Was sich hingegen mit den Füßen unter dem Tisch abspielt, wäre mitunter auch interessant, aber diese Blickrichtung ist bei öffentlichen Begegnungen nicht legitim. Das macht den Fokus aber auch leichter: Kopfhaltung und Mimik, dazu ein aufrechter Oberkörper und sinnvolle Handbewegungen – damit sendet man wichtige Signale an sein Gegenüber, auf die man achten sollte.

Wer braucht Google Buzz? Was erwartet uns bei Facebook?

Ziemlich unerwartet hat Google den neuen Service Buzz präsentiert. Und ziemlich unschlüssig sind viele noch, was sie davon halten sollen. Die Wiener Stadtzeitung Falter nennt ihn in der aktuellen Ausgabe “einen aufgeblasenen Onlinedienst”, mit dem Google unbedingt bei den Social Networks wie Twitter und Facebook mitmischen will, ohne revolutionär Neues zu bieten. Dafür wird heftig ausspioniert: “Am liebsten würde der Dienst alles veröffentlichen, was man in den Weiten des Webs gerade tut – sei es ein Foto auf Picasa hochladen oder ein neues Blog im Google Reader lesen.” Vor der Nutzung ist daher unbedingt zu empfehlen, die Privacy-Einstellungen zu überprüfen.

Facebook ist inzwischen auch sehr aktiv: Soeben wurde eine mobile Version namens Zero vorgestellt. Und die meistgenutzten Websites weltweit sind großteils schon bei Facebook Connect integriert, das auf den Sites einen einfachen Login ohne erneute Authentifizierung ermöglicht.  Die eigene Suche von Facebook wird immer populärer und schmälert laut All Facebook den Marktanteil von Google. Und Meedia berichtet, dass Facebook in den USA mittlerweile mehr Traffic auf News-Sites bringt als Google News. Facebook bekommt damit immer mehr Datenmacht: Profildaten und Nutzerverhalten ermöglichen ein Social Targeting, von dem jeder Werbetreibende träumt.

> Mehr dazu:

PR-Blogger – Facbeook vs. Google

Spiegel Online – Überraschung-Coup mit Buzz

YouTube – Video über Google Buzz

Social Müdia?

Kaum ist der Social-Media-Hype so richtig da, soll er schon wieder vorbei sein: “Macht Social Media müde?”, fragt sich etwa Olaf Kolbrück bei Off the Records. Und stellt die alte Spinne-oder-Fliege-im-Netz-Frage: “Leben die Menschen im Internet oder werden sie von den Online-Diensten gelebt?”

Ibrahim Evsan, Autor des Buches “Der Fixierungscode”, fragt sich auf seinem Blog: “Müssen wir Informations- und Wissensverarbeitung um jeden Preis vorantreiben, uns immer mehr Tools zulegen?” Seine Antwort: “Ich meine, dass nur die intuitive Informationsaufnahme uns vor dem Informations-Overflow der digitalen Welt retten kann. Wenn ich anfangen würde, die Informationen nach gelernter Art und Weise der analogen Welt, zu bewerten, würde ich zu keinem Ergebnis kommen, weil die Informationsdichte in der digitalen Welt wesentlich höher ist. Kurz: Die Mechanismen der realen Welt greifen nicht wirklich in der digitalen Welt, wir müssen unser Verhalten modifizieren, es bewusst anpassen, um nicht in der Informationsflut unterzugehen.”

Social Müdia & Early Adopter

So mancher Early Adopter hat Social Müdia schon wieder hinter sich: Bill Gates hatte sein Facebook-Profil im letzten Herbst gelöscht, startete jetzt dort aber wieder neu und kann sich  schon über 94.000 Fans freuen. Auch bei Twitter ist er aktiv – mit aktuell 440.000 Follower.

Google startet Frontalangriff mit Buzz

Die gesamte Facebook-Fangemeinde hat mittlerweile die Einwohner fast aller Länder überholt. Nur China und Indien sind laut dem Blog Social Media Marketing noch größer. Derartiges Datenfutter wird  uns noch einige Zeit begleiten. Wie soeben bei der Präsentation des Mail-Dienstes Buzz, mit dem Google im Revier von Facebook und Twitter wildern möchte (mehr dazu bei Spiegel Online).

Besser finden – mit Custom Search

Das Richtige in den Weiten des Webs finden – dieses Thema wird uns immer mehr beschäftigen. (Übrigens auch auf dem eigenen Computer – und ich schätze daher sehr die deutlich besseren Suchfunktionen bei Windows 7).

Neulich bin ich auf die benutzerdefinierte Suche bei Google gestoßen. Die Idee dürfte so relevant sein, dass es dafür von Google sogar eine eigene Webpräsenz auf Deutsch gibt. International entwickelt Google schon seit drei Jahren an einem Angebot unter dem Titel Custom Search Engine (CSE). Mit einigen einfachen Funktionen lässt sich eine eigene Suchmaschine nach Wunsch zusammenbauen. Für Wunsch-Domains und Wunsch-Websites gibt es die Funktion “Boost-In” und für Websites, die man gerne draußen hätte, ein einfaches “Remove”. Die ersten Ergebnisse sind fein!

Und andere Suchmaschinen? Ich versuche immer wieder, brauchbare Alternativen zu Google zu finden. Mitunter sind die Ergebnisse bei Cuil und Bing wirklich brauchbar. Die Resultate von Bing und Google lassen sich auch direkt vergleichen – auf der Website Bing vs. Google.

Google Zeitgeist liefert übrigens interessante Daten, was in Österreich im Jahr 2009 am häufigsten gesucht wurde. Die drei Aufsteiger des Jahres sind Windows 7, Facebook und YouTube. Insgesamt sieht das Ranking für das vergangene Jahr wie folgt aus:

  1. wien
  2. youtube
  3. österreich
  4. facebook
  5. wetter
  6. salzburg
  7. google
  8. gmx
  9. orf
  10. netlog