Archive for the 'Blog' Category

Fünf Jahre am K2

Schon wieder ein Geburtstag: Im Frühjahr feierte meine Agentur ihren fünften Geburtstag, nun ist mein Blog dran. Ebenfalls fünf Jahre ist es nun schon online. Zunächst aus spontanem Interesse heraus entstanden, hat es sich bald als nützliches Instrument bewährt, um bei den aktuellen Entwicklungen im Netz am Ball zu bleiben.

1414244639_21c18caee1_ma-sjorfordFünf Jahre und 320 Einträge später sieht die Kommunikationswelt schon wieder ganz anders aus. Zurückklicken zu den ersten Beiträgen ist zum Vergleich ganz interessant. Die neuen Tools von damals sind jetzt schon gang und gäbe und haben viel an User-Freundlichkeit gewonnen (bestes Beispiel sind RSS-Feeds). Mit Twitter & Co. beschäftigen uns jetzt schon wieder ganz andere Themen. Die Vielfalt an tollen Angeboten ist eine Herausforderung: Wie behält man noch den Überblick, wofür soll man sich entscheiden, wie geht man damit zeitökonomisch um?

Google – der Spion, den wir lieben

So titelt die letzte Ausgabe der Wochenzeitung “Die Zeit” und bringt damit gut auf den Punkt, dass Google trotz zunehmender kritischer Stimmen (Googlefalle) viele Herzen  noch immer höher schlagen lässt. Dazu präsentiert sich das Unternehmen einfach zu geschickt mit der Prämisse “Don’t be evil”.  Was immer von solchen Floskeln zu halten sein mag  (die natürlich keinerlei langfristige Verbindlichkeit haben), das aktuelle Interview mit Gründer Larry Page in der Zeit zeigt, wie effizient Google an seiner Informationsmacht arbeitet.

Quelle: www.googlefalle.com

Quelle: www.googlefalle.com

Vor diesem Hintergrund ist auch der aktuelle Launch von Googles Handy G1 mit dem eigenen Betriebssystem Android zu sehen. Ob das Handy selbst Gewinne abwerfen wird, ist völlig sekundär. Es muss schlichtweg den Geschmack der Mehrheit der Nutzer treffen, um genügend Marktanteile zu erreichen. Denn primär geht es darum, auch beim mobilen Surfen den Ton anzugeben – und hier die Dominanz nicht an die Betriebssysteme von Nokia, Apple & Co. zu verlieren. Zum Start in Österreich startete T Mobile eine eigene Mobile-Blogging-Plattform – die Idee dazu kam von der Agentur Ambuzzador. Gute Idee, Top-Blogger wie Hannes Treichl sind allerdings nicht dabei.

Ja, Google hat tolle Angebote, für viele gibt es derzeit keine Alternative. Für mich zählen beispielsweise die Google News und die damit verbundenenen E-Mail-Alerts dazu. Gerade dieses Tool hat zuletzt auch Aufregung verursacht: Die Aktie von United Airlines stürzte dramatisch ab, weil bei Google News irrtümlich eine alte Nachricht aus dem Jahr 2002 zu finanziellen Problemen des Unternehmens als aktuelle Meldung übernommen wurde. Das Wirtschaftsmagazin brand eins berichtete im November 2008 darüber. Im selben Monat lief auch ein Beitrag beim NDR-Magazin Zapp. Darin wurde die fehlende Differenzierung zwischen werblichen und rein journalistischen Inhalten bei Google News kritisiert. Der darin zitierte PR-Profi Ulf-Hendrik Schrader hat dazu auf seinem Blog danach eine eigene Stellung bezogen.

Die Zeit ortet bei der Produktpolitik von Google eine klare Tendenz: Neue Angebote zielen primär darauf ab, persönliche Informationen des Nutzers in Erfahrung zu bringen – und ihm dadurch passendere Werbung zu präsentieren, die natürlich zu höheren Preisen verkauft werden kann. Sei es die individuelle Startseite iGoogle oder der Internet-Browser Chrome, der über jede besuchte Web-Seite Informationen an den Konzern sendet. Oder der E-Mail-Dienst Gmail, der die Post seiner Nutzer auswertet, um passende Anzeigen zu platzieren.

In Summe baut sich Google damit eine enorme Informationsmacht auf, die zu einem gefährlichen Monopol werden kann. Bewusst öfters Alternativen einzusetzen (und damit zu fördern) ist notwendig.

> Mehr dazu:

Interview mit Dr. Karl Pall, Countrymanager Google Österreich, bei Online-Marketing-Blog

Zeit.de: Leben ohne Google

Nachtrag: Computerwelt.at zu Handy-Betriebssystemen

How Web 2 are you?

Rollyo Logo“How Web 2 are you?”, fragt Quizible. Anhand von Ausschnitten aus  Logos und Symbolen kann man testen, wie sehr man in der neuen Welt des Internets bereits zu Hause ist.

Mein Score waren gerade mal 9 von 34 möglichen Punkten. Dabei war ich zuerst recht begeistert, weil ich gleich zu Beginn der 2. Zeile das Rollyo-Logo erkannt habe.  Mit der Schadenfreude aber noch warten und erst einmal selber versuchen! Denn bei der Auswahl der Symbole dürfte es einfacher sein, alle Punkte zu machen, wenn man in New York  und nicht in Wien wohnt.

PR-Workshop in progress

PR-Doktor Karin Hoffmann vermittelt seit August des Vorjahres Basis-Wissen zum Thema PR. Das bisherige Ergebnis zu ihrem Blog-Workshop gibt es jetzt als E-Book.

Kerstin Hoffmann. Workshop PR

Vertrauenswürdige Quellen on- und offline

Forrester Research befragte Online-User in den USA zu vertrauenswürdigen Informationsquellen.

Am besten schnitt dabei ein E-Mail eines Bekannten ab, am unteren Ende der Skala finden sich Corporate Blogs. Die Konsumenten gehen bei ihnen offensichtlich davon aus, dass sie zu wenig ausgewogen sind.

> Mehr dazu:

ReadWriteWeb

Vertrauenswürdige Informationsquellen - Forrester-Report

Guerilla-Blog für gute Texte

“Schluss mit schlechten Texten!”, sagt die Truppe von der Textguerilla und fordert in ihrem Blog:

“Keine Texte mehr, die vom Nachbarn geschrieben wurden, weil er mal eine Eins in Deutsch hatte.
Keine Bedienungsanleitungen mehr, die niemand versteht.
Keine Investitionen mehr in Werbeaktionen ohne Response.
Kein ‘Bitte mal eben schnell drüberschauen’, sondern ein ordentliches Textlektorat.
Und auf Textklau reagieren wir ganz besonders allergisch.”

> Mehr dazu:

Blog der Textguerilla!

Österreicher entdecken Social Networks und YouTube

Social Media - Bild von Kid Mercury
Der jüngste Austrian Internet Monitor zeigt, dass Österreich im Zeitalter von Web 2.0 angekommen ist. Zumindest zum Teil: Networking-Plattformen werden jetzt von doppelt so vielen genutzt wie noch zu Jahresbeginn 2007 – beim Ranking liegt myspace.com voran, gefolgt von StudiVZ, an dritter Stelle liegen Facebook und Xing.

Auch die Besucher der Videoplattform YouTube.com haben sich seit Anfang 2007 verdoppelt: 44 % der Internet-Nutzer machen von ihr bereits Gebrauch. Ein Drittel der Internetanwender hat schon einen Kommentar auf einer Website hinterlassen. Ledlich zwei Prozent haben allerdings selbst einen Blog-Eintrag verfasst.

> Mehr dazu:

Pressetext.at

Die neuen Geschichtenerzähler: Blogger, narrative Journalisten, Storyteller

Wer im Journalismus etwas zu erzählen hat, pilgert im März zumindest in seinen Gedanken nach Boston: Dort versammelt die Nieman Conference on Narrative Journalism alljährlich die international führenden Erzähljournalisten.

Den Anstoß gab vor neun Jahren Mark Kramer mit der Konferenz „Aboard the Narrative Train“. Er hatte mit Büchern wie „Three Farms: Making Milk, Meat and Money from the American Soil“ (1980) einen anderen Zugang zum journalistischen Schreiben aufgezeigt. Die rein objektive Berichterstattung wurde um erzählerische Elemente ergänzt. Um die wirkliche Realität zu beschreiben, sollten die persönlichen Erfahrungen von Menschen in den Mittelpunkt gerückt werden.

Seit 2001 ist Mark Kramer nun Direktor des „Nieman Program on Narrative Journalism“, zur Konferenz pilgern mittlerweile mehr als 1.000 Teilnehmer an die Harvard University in Boston.

Ende März 2008 bei der letzten Nieman Conference on Narrative Journalism fand ein Referent ein besonders positives Echo: Josh Benton, Kolumnist bei den Dallas Morning News mit seinem Beitrag „Blogging for a Story: Telling tales in a format designed for the info-nugget“. In seinem Vortrag fand er viele Gemeinsamkeiten zwischen Blogging und narrativem Journalismus.

  • Beide vermitteln persönliche Beobachtungen und Emotionen, die im üblichen Nachrichtenjournalismus unter den Tisch fallen.
  • Beide fesseln durch ihre Lebendigkeit und Authentizität ihre Leser.
  • Bloggen hat für ihn aber einen entscheidenden Vorteil: Blogger publizieren dank der heutigen Technik quasi in Echtzeit, klassischer Erzähljournalismus braucht demgegenüber mehr Zeit und ist damit im Nachteil.

Ich möchte noch zwei Aspekte ergänzen:

  • Zunächst einen weiteren Unterschied: Während Erzähljournalismus ein Plädoyer der langen Texte abgibt, sind Blogs Botschafter kurzer und mitunter auch oberflächlicherer Texte.
  • Ein Problem teilen beide Formen: Die Qualität sachlicher Richtigkeit kann in beiden Formen zu kurz kommen. Social Facts lassen sich schwer nachprüfen und die eilige Blog-Schreibe führt nicht nur zu gehäuften Tippfehlern.

Interessant ist auch die Relation zum Storytelling – im Titel von Bentons Referat klingt sie bereits an. Storytelling ist eine Disziplin, die sich seit 2001 als neue Schule in der Unternehmensführung durchgesetzt hat. Und ziemlich rasch hat sie sich auch in der Politik als Methode etabliert. Christian Salmon zeigt das sehr anschaulich in einem Beitrag in der Monde Diplomatique.
Er zitiert darin den Drehbuchautor Robert McKee, der einen starken Grund für den Erfolg des Storytellings nennt: „Der Schlüssel zu den Herzen der Menschen ist die gute Geschichte.“ Daher erzählen heute viele Unternehmen die Geschichte des Unternehmens, um für Produkte zu werben. Denn ein Produkt lässt sich viel einfacher mit einer erzählten Erfolgsgeschichte verkaufen als mit der Beschreibung seiner Vorzüge.

> Mehr dazu

Coolepark.de zur Konferenz in Boston

Message-online.com zum Erzähljournalismus

Zwei Erfahrungen anlässlich eines Blog-Umzugs

Zum Relaunch meines Blogs habe ich einige Freunde um ihre Meinung gebeten, eine Art Pretest also. Zwei Dinge waren beim Feedback für mich interessant:

1. Die Blogosphere ist – zumindest in Österreich – immer noch ein SEHR kleiner Zirkel. Die meisten meiner Freunde haben zu Blogs einfach noch keinen Zugang und wären dabei sehr wohl in der Kern-Zielgruppe.  Gleich mehrmals bekam ich zu hören “eigentlich kenne ich mich mit den Blogs ja nicht wirklich aus…”.

2. Rechtschreibfehler sind ein absolutes No-No. In der letzten Zeile des Textes “Über mich” hatte ich einen Tippfehler übersehen, der prompt gleich von mehreren entdeckt wurde. Daran bleiben Leser einfach hängen – und es killt definitiv einen ansonsten noch so professionellen Auftritt. Ja, Blogs sind ein schnelles Medium, die Beiträge entstehen meist rasch und spontan, aber Zeit für eine Rechtschreibkontrolle muss auch hier sein. Das hat sich für mich damit eindeutig bestätigt.

EuroBlog: PR-Praxis und -Theorie in Zeiten von Web 2.0

EuroBlog hat sich zu einer guten Plattform für die Web 2.0-Diskussion in der PR etabliert. Vor kurzem fand in Brüssel die dritte Jahreskonferenz statt.

Präsentationen und weitere Infos sind in einem Wiki versammelt. Interessant fand ich besonders 2 Beiträge:

Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig illustriert in seinem Beitrag, wie weit Social Media in Deutschland gegenüber den USA hinterherhinken und zeigt auf, wie dem erfolgreich abgeholfen werden kann.

Liz Bridgen von der University Leicester beschreibt, wie eine PR-Agentur anlässlich eines ersten Projektes den Einsatz von Social Media “on the job” lernt. Ihre Conclusio: Gute grundsätzliche PR-Skills und hohe Empathie sind notwendig, um im Dialog mit Social Media glaubwürdig & erfolgreich zu sein. Das mag einleuchtend sein, der zweite Faktor ist meiner Meinung nach in der Praxis aber nicht durchgängig umzusetzen: Als selbständige PR-Beraterin kann ich die Empathie mit meinen Kunden und Projekten weit leichter realisieren als Mitarbeiter einer großen PR-Agentur.

> Mehr Information

Beitrag von Markus Pirchner in den PRVA News

Beitrag zum letzten EuroBlog-Kongress in K2, weitere frühere Beiträge zu EuroBlog unter dem Tag Euroblog.