Archive for the 'Marketing' Category

Twitter oder Facebook?

Twitter oder Facebook? Das werde ich in letzter Zeit häufig gefragt. Immer mehr Unternehmen wollen den Social-Media-Boom nicht verpassen, die eigenen Ressourcen dabei aber effizient einsetzen. Auf welches Portal soll man also setzen?

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Sowohl Facebook als auch Twitter haben in den letzten Monaten einen enormen Aufschwung erlebt. Sicher, nach wie vor sind sie Medien, die primär von jungen Usern verwendet werden. Aber: Die über 35-Jährigen sind die am stärksten wachsende User-Gruppe bei Facebook. Ein Drittel der US-Unternehmen ist laut Dr. Web bereits bei Facebook präsent – in Deutschland sind es demgegenüber nur 4 Prozent der DAX-Unternehmen.

Laut einer Studie vom Dezember 2009 ist Twitter aktuell die beliebteste Social-Media-Plattform in Deutschland. Eine Befragung der Universität Oldenburg und der Agentur construktiv hat ergeben, dass 39 Prozent der werbestärksten Unternehmen Deutschlands bereits diesen Microblogging-Dienst nutzen. Auf Facebook sind demnach nur 28 Prozent vertreten, YouTube kommt auf 37 Prozent. Damit ist gleich der Name eines dritten Social-Media-Portals gefallen – viele weitere ließen sich hinzufügen. Und welches ist nun wirklich die richtige Wahl?

Dazu ein kurzer Exkurs zu meinen persönlichen Erfahrungen: Ich selbst nutze Twitter seit rund einem Jahr – und war wirklich überrascht, wie viel Interessantes das Prinzip der Serendipity bei Twitter zu Tage bringt. Der Zeitfaktor ist jedoch nicht unerheblich: Ich nutze Twitter weit weniger, als ich gerne möchte und zugleich deutlich länger als ich im Hinblick auf die Zeiteffizienz eigentlich sollte.

Das Thema Zeit war für mich entscheidend, Facebook lange links liegen zu lassen, das ich auch primär als privates Portal sah. Das hat sich definitiv geändert, war meine Erfahrung, als ich mich vor Kurzem doch bei Facebook registrierte. Innerhalb weniger Tage kamen mehrere Anfragen von beruflichen Kontakten aus anderen Social-Networks. Diese strikte Trennlinie – hier private, dort berufliche Social-Media – lässt sich nicht ziehen. Immer mehr Unternehmen nutzen Facebook aus rein beruflichen Gründen – und das erfolgreich.

Das macht die Social-Media-Entscheidung nicht gerade leichter. Ein Blick auf die reinen Nutzerzahlen hilft hier auch nicht weiter. Sie ändern sich ohnehin permanent und im Web 2.0 sind auch ganz andere Faktoren wesentlich: Wie viele Multiplikatoren kann ich über ein Portal erreichen, welche Art von Inhalten habe ich, welche Image-Messages sende ich aus…? (PR-Blogger Klaus Eck zeigt in einer Prezi-Präsentation dazu interessante Faktoren auf.)

Darauf kommt es also an, bevor man seine eigene Social-Media-Strategie findet: Sich zunächst im Web 2.0 umsehen und Fragen stellen. Was machen andere im beruflichen Umfeld? Was spricht mich positiv an? Was passt zu mir und meiner persönlichen Positionierung? Und dann nach etwas Sondieren selbst starten. Das Social-Web ist (noch) ein großes Experimentierfeld – mit allen Vor- und Nachteilen. Das heißt auch: Die Augen offen halten für die weitere Entwicklung und immer wieder evaluieren: Was tut sich, ist das noch der richtige Weg? Was wäre sonst noch möglich?

> Mehr dazu:

ComMetrics – Social media: What is so special?

Anders denken – Warum Sie jetzt aufhören sollten zu bloggen

PR-Blogger – Denken Sie an den Twitterfaktor

Unternehmer.de – Reputation in Gefahr

Harvard Business Review – Twitter Research

Das Jahrzehnt des Kundennutzens?

Wenn eine Profi-Bloggerin zu einer Blogparade aufruft, kann daraus ein wirklich brauchbares Resultat entstehen. So geschehen bei der Blogparade zum Thema Kundennutzen von PR-Doktor Kerstin Hoffmann. Sämtliche Beiträge der 39 Teilnehmer (unter anderem auch von mir) sind jetzt in einem E-Book zu finden.

Sehr kompakt und vielseitig versammelt es manch brauchbaren Input, um den Nutzen für den Kunden erfolgreich zu finden und zu kommunizieren.  Gerade richtig zum Beginn des neuen Jahrzehnts lässt sich damit sicher der eine oder andere Anstoß für die eigene Arbeit finden. Und es wäre nicht das Schlechteste, wenn  der Kundennutzen uns im neuen Jahrzehnt etwas häufiger begegnet. Also am besten gleich downloaden und einen Blick hineinwerfen:

Kerstin Hoffmann (Hrsg.).  Handbuch Kundennutzern. Erfolgreich vermarkten und verkaufen.

Zeit für Weihnachten

Die letzten Projekte sind (fast) abgeschlossen, einige Weihnachtsmails werden wohl noch eintrudeln. Aber ansonsten ist jetzt einmal Pause bis zum neuen Jahr angesagt, für meine Agentur und hier auf dem Blog.

Wer von  Weihnachten und den vielerlei Grüßen noch nicht genug hat, kann noch bei den Ergebnissen der “großen unrepräsentativen Weihnachtsumfrage” der deutschen Agentur Script vorbeischauen: Für 3/4 der der Befragten ist die Weihnachtskartenschreiberei alles andere als lästige Pflicht. Fast die Hälfte stellt die erhaltene Weihnachtspost als Galerie auf und hebt die orginiellsten Karten auf.

> Mehr dazu:

Weihnachtskartenumfrage Script

Mario Pricken und der Clou

Mario Pricken ist seit seinem Buch “Kribbeln im Kopf” ein Guru der Kreativ-Szene. Nun hat er ein neues Werk geschrieben: “Clou” lautet knapp  die Headline, gefolgt von der ausufernden Subline: “Strategisches Ideenmanagement in Marketing, Werbung, Medien & Design: Wie innovative Ideenschmieden die Alchemie der Kreativität nutzen”.

Auf mehr als 300 Seiten gibt Mario Pricken der Idee des zufälligen Ideensprudelns eine Abfuhr, da so primär Mehr vom Gleichen produziert wird. Der Autor fordert den Aufbau einer eigenen “Creative Culture” und das heißt auch Abschied vom Branchenautismus zu nehmen: Mit einer inspirierenden Brise von außen ließe sich die nächste Big Idea weit zuverlässiger finden. Und anstatt aufwändige Motivationsprogramme einzuführen sollten die typischen Motivationskiller in Unternehmen unterbunden werden. Allen voran: unklare Ziele, Brainstorming-Sitzungen und mehr Kritik als Lob. Bei vielem mag man sagen: ja, eh klar. Aber es stimmt schon: Genau bei diesen simplen Dingen liegen die Stolpersteine auf dem Weg zu wirklich neuen Ideen.

Mario Pricken
Clou. Strategisches Ideenmanagement in Marketing, Werbung, Medien & Design: Wie innovative Ideenschmieden die Alchemie der Kreativität nutzen
Verlag Hermann Schmidt Mainz 2009

Fortschritt nach Plan – das gibt’s nicht

Metropolis“Fortschritt ist nur möglich, wenn intelligent gegen Regeln verstoßen wird.” Diesen Satz stellte Gabriele Zuna-Kratky letzte Woche an den Beginn ihres Statements beim Tag der Frauen in der Wirtschaft in Wien. Exakt planen ließe sich Fortschritt schon überhaupt nicht, fuhr die Direktorin des Technischen Museums fort und gab auch gleich einige Beispiele: Visionen aus den 1960er Jahren sahen zum Beispiel den Verkehr im Jahr 2000 primär unter der Erde fließen oder auf Luftkissen über dem Boden schweben. Die großen technischen Veränderungen passierten tatsächlich in ganz unerwarteten Bereichen. Denn Erfindungen wie dem Internet oder dem PC wurden zunächst wenig Erfolgsaussichten zugeschrieben.

Die eindeutige Erkenntnis daraus: Technischer Fortschritt ist nicht vorhersehbar. Aber es lassen sich Techniktreiber identifizieren. Aktuell sind das die Medizin-Technik, die Informationstechnologie und die Bereiche Umwelt & Verkehr. Aber wohin die Reise in diesen drei Feldern führt, das wird uns die Zukunft erst zeigen.

> Mehr dazu:

Geschichte des Internet – von Arpanet bis Twitter (Englisch)

13. Tag der Frauen in der Wirtschaft

Kundennutzen: 4 Schlüssel öffnen die Tür zum Kunden

Der Kundennutzen ist das Thema einer Blogparade von PR-Doktor Kerstin Hoffmann. Das trifft sich gut, denn mit diesem Thema beschäftige ich mich immer wieder. Den Kunden und ihren geheimsten Wünschen auf der Spur waren schon einige Autoren: In letzter Zeit etwa Armin Reins in seinem Buch “Corporate Language”, Hans-Peter Förster in “Texten wie ein Profi” und natürlich auch Hans Georg Häusel  mit “Think Limbic”.

© Kaarsten - Fotolia.com

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Soeben erschien ein weiterer Beitrag zur Motivforschung – die deutsche Übersetzung von “Who am I” von Steven Reiss (Wer bin ich und was will ich wirklich? Redline 2009). Der Psychologe aus Ohio stellt darin gleich 16 Lebensmotive und Werte vor, die unser  Handeln steuern. Durch die Befragung von 6.000 Personen fand Reiss die folgenden zentralen Bedürfnisse heraus: Macht, Unabhängigkeit, Neugier, Anerkennung, Ordnung, Sparen, Ehre, Idealismus, Beziehungen, Familie, Status, Rache/Wettbewerb, Sinnlichkeit, Essen, körperliche Aktivität, innere Ruhe.

Insgesamt eine recht interessante, aber auch ziemlich umfassende Auflistung dessen, was unser Verhalten bestimmt. Ich selbst habe für meine Arbeit vor einiger Zeit eine kompaktere Typologie entwickelt. Denn all die unterschiedlichen Konzepte und Motive lassen sie sich letztendlich auf vier zentrale Bedürfnisse zusammenführen. Auf diese vier Funktionen kommt es im Endeffekt an:

1. Informieren
Ein Kunde wünscht sich belegbare Informationen und Fakten zu einem Thema.

2. Begeistern
Er möchte sich für ein Angebot begeistern können. Daher ist es entscheidend, ein positives Gefühl, Sympathie oder ein Erlebnis zu vermitteln.

3. Entdecken
In jedem von uns stecken Experimentierfreude und Neugierde. Daher möchte ein Kunde Innovatives entdecken, einen topaktuellen Trend ausprobieren oder von einer Premiere als Erster erfahren.

4.  Versichern
Und schließlich gewinnt Sicherheit immer mehr an Bedeutung. Kunden suchen nach Qualitätsbeweisen, nach Argumenten, die ihrem Ordnungssystem entsprechen und Sicherheit sowie Traditionsbewusstsein vermitteln.

Informieren, Begeistern, Entdecken und Versichern – diese 4 Prinzipien sind also entscheidend. Wer diese vier Kriterien in der Kommunikation befolgt, hat einen einfachen Schlüssel zum Herzen und zum Verstand seiner Kunden in der Hand.

> Mehr dazu:

Weitere Beiträge zur Blogparade “Kundennutzen”

Studie zu Online Communitys: Zwischen Hype und Must-Have

Enrico Hanisch von der Technischen Universität Dresden hat soeben untersucht, wie Online-Communitys in deutschen Unternehmen genutzt werden. Laut Comscore sind weltweit bereits zwei Drittel aller Internetnutzer Mitglieder in Sozialen Netzwerken oder Online-Communitys.

Hanisch befragte im Zuge seiner Studie rund 500 Vertreter von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland. Laut den Befragten profitieren vor allem Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Kundenservice von Online-Communitys. Sie werden primär für vier Geschäftsziele eingesetzt:

  • Verbesserung der eigenen Wettbewerbsposition
  • Steigerung der Produkt-, Marken- und Unternehmensbekanntheit
  • Optimierung des Dialogs mit Kunden und Marktforschung
  • Erhöhte Effektivität der PR-Instrumente

75 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Prozesse und Zusammenarbeit im und
zwischen Unternehmen durch Communitys künftig effektiver werden. Als wichtigster Erfolgsfaktor wird eine hohe Mitgliederaktivität gesehen (89 Prozent).

> Mehr dazu:

Eine Studie der GfK Austria befragte gerade Österreicher zu ihrer Einstellung und zur Nutzung von Web 2.0 – die wichtigsten Ergebnisse bei PRVA News.

Summertime V: Der eigenen Kreativität auf der Spur

SummertimeWie entsteht Kreativität? Jeder, der schon frustrierende Brainstorming-Sitzungen erlebt hat, mag seine eigenen diesbezüglichen Fähigkeiten in Zweifel ziehen. Und wollte doch nur mit dem falschen Weg das richtige Ziel erreichen. Denn kaum ein Instrument erweist sich als so wenig tauglich, kreative Prozesse in Gang zu bringen wie Brainstormings.

Warum sie dennoch nach wie vor zum Standard-Repertoire gehören? Weil Brainstormings auch einfach sind. Wer so mit dem Tagesgeschäft blockiert ist, dass keine Zeit bleibt, um von Grund auf Neues zu denken und zu entwickeln, der greift gerne zur wenig anstrengenden Notlösung: Ohne aufwändige Vorbereitung sitzt man einfach zusammen. Was so entsteht, sind Pseudo-Ideen und Aktionismus.

Mehr Heartstormings statt Brainstormings wünscht sich daher Gunter Duenk und stellt sich die Gretchenfragen: “Warum bereiten wir uns nicht vor? Warum arbeiten wir uns nicht vorher in die Problematik ein? Warum bringen wir nicht schon gute Ideen mit? Warum dürfen alle bei neuen Ideen mitmachen? Warum nicht nur die, die so etwas können und am besten ihre Fähigkeiten schon bewiesen haben? (Viele Kochlehrlinge verderben nicht nur den Brei, sie reden nur welchen.) Warum scheiden wir nicht schon vor dem Meeting unsinnige Ideen aus und reden nur über die, die es wert erscheinen?“ Und Kreativitätstrainer Mario Pricken kennt gleich elf Gründe, die gegen Brainstormings sprechen, von denen hier zwei zitiert seien:

Nummer 1: “Weil die Teilnehmer kein Wissen über den Kreativprozess oder kreative Denkstrategien besitzen und sich stattdessen zu 100 % auf ihre Intuition und Tagesverfassung verlassen müssen.”

Nummer 8: “Weil bereits tausende Menschen tausende Stunden vor Ihnen über das Thema nachgedacht haben. Freies Assoziieren, wie es im Brainstorming erfolgt, produziert meist nur leicht variierte Klischees. Für die Big-Idea sind gut präpariertes Material, tiefgreifendes Wissen und ungewöhnliche Methoden notwendig.”

Wie entstehen also Geistesblitze wirklich? Wie wird man zum kreativen Genie? Journalist und brand eins-Gründer Wolf Lotter gibt dazu eine wenig erfreuliche Bestandsaufnahme: Unser Wertekanon ist primär auf das Reproduzieren von Bestehendem ausgerichtet, Dinge sollen planvoll nach Mustern und Methoden gelöst werden, Abweichungen vom Mittelmaß werden nicht akzeptiert. Zugleich erleben wir heute aber eine entscheidende Entwicklung: Immer mehr Menschen arbeiten in Berufen, in denen Kreativität gefragt ist, Erfolg hat künftig, wer die besten Ideen hat.

Was also tun, wenn Kreativität immer mehr zur allgemeinen Erfolgsformel wird? Mehr Wissen über das Funktionieren kreativer Prozesse tut not. Zentral dabei ist das Konzept des Flow, vom Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi: ein Zustand konzentrierter, schöpferischer Aktivität, in dem man völlig in seiner Tätigkeit versunken ist. Abseits jeglichen Zwangs und störender Außenfaktoren finden Aufmerksamkeit und Motivation zu einer produktiven, spielerischen Harmonie zusammen. Jeder hat solche Momente bereits erlebt, in denen er mit Spaß an der Sache etwas Gutes, Erfolgreichs entwickelte – und war damit kreativ.

Was kann man also tun, um solche Momente bewusst zu erreichen? Zunächst sind die Außenfaktoren wesentlich: Ruhe, kein Zwang, eine Umgebung, in der man gut und gerne arbeitet. Und dann gibt es bewährte Wege und Instrumente, die es zu erproben gibt. Denn jeder hat ein Stück weit einen individuellen Zugang, um gute Ideen zu entwickeln.

Dazu fünf Tipps als erste Fährte auf  der Spur zur eigenen Kreativität:

  1. Den Kreativitätstrainer Mario Pricken habe ich bereits erwähnt. Er ist Autor des Standard-Werkes “Kribbeln im Kopf“, das gleich mehrere sinnvolle Methoden beschreibt.
  2. Malcom Gladwell ist Journalist beim New Yorker und beschäftigt sich in seinen Büchern unter anderem damit, was gute, erfolgreiche Ideen ausmacht.
  3. Die Kreativitätstrainerin Anja Ebertz sagt: “Das Gehirn kann nicht aus Nichts etwas schaffen, ist aber exorbitant gut im Kombinieren. Das Geheimnis der Kreativität ist das flüssige Denken.” Um das in Gang zu setzen, empfiehlt sie einen vierstufigen kreativen Prozess und 10 Schitte zum Ideenrausch.
  4. Sehr bekannt ist mittlerweile das Konzept des Mind Mapping von Tony Buzan. Um eigene Ideen zu entwickeln, empfiehlt sich das Arbeiten auf einem großen Bogen Papier. Mindmap-Computerprogramme sind primär als Orginisationstool hilfreich.
  5. Gute Anstöße gibt schließlich auch das Buch “Der Weg des Künstlers im Beruf” von Mark Bryan. Es begleitet als mehrwöchiger Kursus auf eine Entdeckungsreise zur eigenen Kreativität.

Das war der letzte Teil der Sommerserie bei K2. Ich wünsche einen erfolgreichen Start in den Herbst!

Die anderen Folgen von Summertime:

Twitter for Beginners

Grafik für Nicht-Grafiker

Überraschend anders präsentieren

Effizienter e-mailen

Der Weg des Künstlers im Beruf

Sich im Web authentisch und unverwechselbar präsentieren

Den ersten Eindruck über ein Unternehmen verschaffen wir uns heute meist online und nicht Face to Face. Dort gleicht aber oft eine Website der anderen. Dieser anonyme Einheitsbrei ist verhängnisvoll: Denn wie soll ein potenzieller Kunde so Hilfe zur Entscheidungsfindung bekommen? Er sucht auf der Website eines Anbieters nach Argumenten, warum er sich gerade für ihn entscheiden sollte. Und dabei spielt dessen Persönlichkeit eine wesentliche Rolle.

Denn Kunden wählen oft nicht einfach ein Produkt, sondern eine Person. Daher ist es gerade im anonymen Umfeld des Internets so wichtig, sich mit einem unverwechselbaren Profil zu präsentieren. Wie das geht, beschreibt ein neuer Kurs von mir bei der Weiterbildungplattform Akademie.de.

Die Kapitel

  • Trauen Sie sich, Ihrer Website ein persönliches Gesicht zu geben!
  • Die Elemente, die eine Website unverwechselbar und persönlich machen
  • Persönliche Startseite
  • Ihre Profilseite
  • Weitere Services und Personalisierung-Optionen in anderen Website-Bereichen
  • Personal Branding abseits der eigenen Website
  • Die Umsetzung: Nun sind Sie an der Reihe

> Mehr dazu:
Personal Branding – zeigen Sie Gesicht im Web! Wie Sie Ihrer Unternehmens-Website eine unverwechselbare Note geben

Summertime IV: Effizienter e-mailen

SummertimeAls rasches, unkompliziertes Tool hat E-Mailen das Marketing und die alltägliche Büro-Arbeit in den letzten Jahren stark verändert – mit einer enormen Effizienz hinsichtlich Zeit- und Kostenaufwand.

E-Mail-Marketing wird in den USA als das leistungsstärkste Marketingsinstrument eingeschätzt (mit einer Zustimmung von 80 Prozent) und ein Viertel des Online-Handels ist heute auf einen E-Mail-Anstoß zurückzuführen. Das schreibt zumindest Torsten Schwarz in “Praxistipps E-Mail-Marketing 2.0“. E-Mails waren jüngst etwa das Basismedium in Obamas erfolgreicher Wahlkampagne.

Aber erweist sich E-Mail im täglichen Arbeiten wirklich als Segen? Rund 35 Mrd. E-Mails werden laut IDC an jedem Werktag verschickt. Die Inflation an E-Mails in den Inboxen wird zunehmend zum Problem. Gerade wer in größeren Konzernen arbeitet, fühlt sich schon alleine mit unternehmensinternen Nachrichten überhäuft und das Löschen von Spam erfordert immer mehr Zeit.

Ein typischer Sachbearbeiter verbringt mittlerweile 40 Prozent seiner Arbeiszeit für das Handling der E-Mails. Das schätzen Mike Song, Vicki Halsey und Tim Burress in ihrem Buch “Die Hamsterrevolution. Vier Strategien gegen das tägliche E-Mail-Chaos”. Vielleicht ist die Zahl etwas überzogen, aber sie zeigt eine grundsätzliche Einordnung und die Dimension des Problems. Ein simples Beispiel illustriert, wie sehr unser Arbeiten vom E-Mailen dominiert und oft auch blockiert ist. Ein Sachbearbeiter erhält und versendet pro Tag zum Beispiel 50 E-Mails. Die Autoren rechnen weiter: In einem Jahr ergibt das 12.200 Nachrichten oder 50 Arbeitstage, die mit dem E-Mailen verbracht werden. Das ist nicht wenig, konsequentes Ziel sollte also sein, die E-Mail-Flut zu verringern. Denn das Resultat wäre beachtlich: Bereits eine Reduktion des Nachrichtenaufkommens um 20 Prozent summiert sich in diesem Beispiel innerhalb eines Jahres zu einer Einsparung von zehn ganzen Arbeitstagen.

Wie kämpft man aber erfolgreich gegen die E-Mail-Flut an? Das Buch “Die Hamsterrevolution” stellt dazu 4 Strategien vor:

1. E-Mail-Volumen reduzieren

Zunächst heißt es einmal selbst weniger senden: Wer weniger Nachrichten verschickt, erhält auch weniger. Weiter gedacht sollte man generell überlegter e-mailen. Empfänger würden gerne auf so manches belanglose Informieren (“zu Ihrer Information”), redundantes Wiederholen, Bestätigen oder höfliches Dankesagen  verzichten – sehr viele solcher Nachrichten sind nicht notwendig und tragen primär zu vollen Inboxen bei. Das gilt gerade auch für CC-Nachrichten. Darüber hinaus gilt es auf vollständige Nachrichten zu achten: Es erfreut den Empfänger ungemein, alle Informationen zu einem Thema in einem E-Mail zu erhalten und nicht  häppchenweise.

2. E-Mail-Qualität verbessern

Gestaltung und Betreff sind zwei wesentliche Faktoren, um die Qualität einer Nachricht zu steigern. Ein aussagekräftiger Betreff ist für Empfänger und Absender gleichermaßen eine Wohltat (gerade auch bei der Weiterbearbeitung und beim späteren Wiederauffinden einer Nachricht). Und manchmal lässt sich der gesamte Inhalt gleich in den Betreff packen. Zum Beispiel bei einer Erledigt-Benachrichtigung. Mit einem Hinweis “EdN” (Ende der Nachricht) signalisiert man dann dem Empfänger, dass er den Haupttext der Nachricht nicht mehr anzusehen braucht.

Die Gestaltung von E-Mails wird oft sträflich vernachlässigt. Allzu viel Aufwand ist auch nicht nötig (und möglich). Einige grundsätzliche Regeln aber entscheidend, bei K2 waren sie schon ausführlich zu lesen.

3. Info-Training

Mike Song und seine Co-Autoren schlagen vor, eigene Informations-Trainer in einem Unternehmen zu qualifizieren, die den richtigen Umgang mit E-Mails im eigenen Betrieb weitergeben und interne Organisations-Strategien entwickeln. Das kann in größeren Unternehmen wirklich sinnvoll sein.

4. Das KOTA-System

Dieses System schlägt vor, E-Mails in 4 Ordnern zu strukturieren: Kunde – Output – Team – Administration. Es ist eine mögliche Systematik, mir persönlich sagt dieser Vorschlag nicht zu. Aber das Anliegen dahinter stimmt: Ordnung ist der halbe E-Mail-Himmel. Wer für das richtige System Inspiration sucht, ist auch beim Blog von Nick Cernis richtig. Und denken sollte man auch an die vielen Transaktions-Mails, Newsletter und dergleichen: Dafür am besten gleich eigene Eingangsordner anlegen – damit diese Nachrichten nicht die Inbox füllen und wichtige Mails dazwischen übersehen werden.

Überlegter E-Mailen ist ein Geschenk an sich selbst und an andere. Man sollte damit jetzt beginnen.

> Mehr dazu:

Serie bei K2: Die besten E-Mail-Tipps

Mike Song, Vicki Halsey und Tim Burress
Die Hamsterrevolution. Vier Strategien gegen das tägliche E-Mail-Chaos
Gabal Verlag 2007


> Das nächste Mal:

Summertime V: Der eigenen Kreativität auf der Spur

Alle Beiträge der Serie Summertime